Auswirkungen des Brexits auf deutsche Unternehmen

Sicht der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer bezüglich der aktuellen Brexit Situation mit Verweisen zu Hauptinformationsquellen

Brief des Geschäftsführers: August 2018

Keine Einigung ist nicht nur eine Schlechte, sondern auch die Schlimmste!

Summer is nearly over and again, despite some apparent progress in the negotiations, every so often there is still talk of a no deal scenario. Is this talk just part of the negotiation strategy or is it a real possibility? Many say that it is only part of the negotiation strategy but the true reasons remain unknown. In addition, we do not know whether the Prime Minister will get any potential final deal through parliament. The die-hard Brexiteers might block any deal, whilst the Labour Party, out of principle, may do the same. If we do end up without a deal, the hard-line Brexiteers will also be disappointed as the UK, out of sheer necessity to minimise costly disruptions, will be forced to accept many EU regulations and principles, solely to keep trade and the economy going. One example for this is the unilateral offer being made to EU citizens to be allowed to remain in the UK whatever the outcome of the negotiations. If this offer had not been made, a no deal outcome would potentially have forced millions of EU citizens to apply for work or residency permits and visas before 30 March 2019. This task would overwhelm the UK immigration authorities and thus potentially turn many of the current EU citizens in the UK into illegal immigrants. Accepting EU health and safety standards for imports is another area where Britain would have to give ground until it has built up its own institutional framework to deal with such issues.

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Zusätzliche Informationen

  • IHK Brexit-Checkliste
  • BREXIT NEWS
  • DIHK-Checkliste für Unternehmen

IHK Brexit-Checkliste

Am 30. März 2019 verlassen die Briten die Europäische Union. Derzeit ist es unklar, ob es eine Übergangsphase geben wird, die die Briten bis zum 31. Dezember 2020 im Europäischen Binnenmarkt hält. Sollte es zu keiner Einigung auf eine Anschlusslösung kommen, würde der Handel zwischen Großbritannien und der EU lediglich nach den WTO-Regeln erfolgen.

Klar ist bereits jetzt: Die Unternehmen müssen sich auf Veränderungen einstellen. Insbesondere im Warenverkehr wird es eine Reihe von Verschlechterungen geben. Die Vorbereitungen in den Unternehmen auf den Brexit können umfangreich sein – abhängig unter anderem vom künftigen Engagement in Großbritannien, von der Unternehmensgröße und der Branche. Diese Checkliste soll zeigen, wo Anpassungsbedarf in den Unternehmen herrscht. Die Themen werden wir im Lichte der Verhandlungsergebnisse schrittweise erweitern und aktualisieren. Für weiterführende Fragen stehen den Unternehmen die Industrie- und Handelskammern vor Ort gerne zur Verfügung.

Hier finden Sie die vollständige Brexit-Checkliste der Industrie- und Handelskammer.

BREXIT NEWS

Wie die Briten sich die Zukunft nach dem Brexit ausmalen

Die britische Regierung veröffentlichte am 12. Juli ihr lange angekündigtes White-Paper. Das Dokument gibt auf 104 Seiten Aufschluss darüber, wie die Briten ihre zukünftigen Beziehungen zur europäischen Union sehen. Neben sicherheitspolitischen und institutionellen Aspekten wird besonderes Augenmerk auf die künftige Ausgestaltung der ökonomischen Beziehungen gelegt.

Die Briten schlagen vor, eine Freihandelszone für Güter mit der EU zu errichten, um weiterhin eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zu sichern. Für Finanzdienstleistungen sollen allerdings andere Regeln gelten – der allgemeine EU-Zugang entfällt. Das Vereinigte Königreich möchte zudem weiterhin an EU-Agenturen mitwirken, wie beispielsweise der Europäischen Chemikalienagentur, der Europäischen Agentur für Flugsicherheit und der Europäischen Arzneimittelagentur. Gleichzeitig möchten die Briten definitiv aus der europäischen Zollunion austreten.

In diesem Kontext sprechen sie sich für ein Facilitated Customs Arrangement (FCA) aus, das wie ein kombiniertes Zollgebiet wirken soll. Während sich die Briten wünschen, dass bilateraler Handel zwischen EU und dem UK nach wie vor zollfrei vonstattengeht, möchten sie künftig eigene Zölle auf außereuropäische Ausfuhren festlegen dürfen. Dies hätte zur Folge, dass auf Einfuhren aus Drittstatten unterschiedliche Zollsätze erhoben werden, je nachdem, ob die Ware für die EU oder UK bestimmt ist. Die Briten wollen mit eigenem Sitz in der WTO eine selbständige Handelspolitik betreiben und Freihandelsabkommen mit anderen Staaten schließen.

Viele Vorschläge des White-Papers sind Neuland – etwa das Erheben von Zöllen an den Außengrenzen für den jeweils anderen. Konkrete Angaben zur Umsetzung sind jedoch nur unzureichend vorhanden. Unsicherheit bringt zudem, dass Großbritannien zwar grundsätzlich EU-Regelungen übernehmen, aber dennoch dem Parlament ein Mitspracherecht einräumen möchte. Dies wird früher oder später zu regulatorischen Unterschieden führen. Zudem bleibt aufgrund der politischen und personellen Entwicklungen im Vereinigten Königreich derzeit unklar, wie lange die Halbwertszeit der Vorschläge ist.

Jedenfalls ist auch nach Vorlage der lang erwarteten Vorstellungen der britischen Regierung ein Konsens zu wichtigen Fragen nicht in Sicht. Deshalb empfiehlt der DIHK allen Unternehmen, sich auf alle Brexit-Szenarien vorzubereiten. Unsere nun auch als Online-Tool verfügbare Brexit-Checkliste zeigt auf, wo es Anpassungsbedarf in den Unternehmen gibt.

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DIHK-Checkliste für Unternehmen

Am 30. März 2019 verlassen die Briten die Europäische Union. Das ist definitiv. Sehr wahrscheinlich ist, dass es nach dem Ausstieg eine Übergangsphase geben wird. Diese endet am 31. Dezember 2020. In dieser Zeit ist Großbritannien politisch schon außen vor, wirtschaftlich soll aber vorerst durch die Mitgliedschaft in Zollunion und Binnenmarkt alles beim Alten bleiben. Nach der Übergangsphase wird das Vereinigte Königreich zum Drittstaat. Ob es gelingt, rechtzeitig ein Freihandelsabkommen zwischen der EU-27 und dem Vereinigten Königreich abzuschließen, ist ungewiss. Sollte es zu keiner Einigung auf eine Anschlusslösung kommen, würde der Handel zwischen Großbritannien und der EU lediglich nach den WTO-Regeln erfolgen.

Klar ist bereits jetzt: Die Unternehmen müssen sich auf Veränderungen einstellen. Insbesondere im Warenverkehr wird es eine Reihe von Verschlechterungen geben. Die Vorbereitungen in den Unternehmen auf den Brexit können umfangreich sein – abhängig unter anderem vom künftigen Engagement in Großbritannien, von der Unternehmensgröße und der Branche. Die beigefügte Checkliste soll zeigen, wo Anpassungsbedarf in den Unternehmen herrscht. Die Themen werden wir im Lichte der Verhandlungsergebnisse schrittweise erweitern und aktualisieren. Für weiterführende Fragen stehen den Unternehmen die Industrieund Handelskammern vor Ort gerne zur Verfügung.

Im Folgenden wird bei der Verwendung des Begriffs „Brexit“ davon ausgegangen, dass Großbritannien den Europäischen Binnenmarkt verlässt – entweder am 30. März 2019 oder mit Ablauf einer Übergangsphase Ende 2020.

17 Themen, die Unternehmen berücksichtigen sollten