Brexit FAQs Marketing

Welche Auswirkungen wird der Brexit auf die deutsch-britischen Wirtschaftsbeziehungen haben? Obwohl detaillierte Aussagen bis zum Abschluss der Austrittsverhandlungen schwer gemacht werden können, haben sich unsere kammereigenen Experten aus dem Bereich Marketing bereits jetzt an die von deutschen Unternehmen am häufigsten gestellten Fragen gewagt.

Ich würde gern zukünftig in das Vereinigte Königreich exportieren. Welche Verkaufskanäle, insbesondere im Hinblick auf die erwarteten Einfuhrformalitäten, sind nach dem Brexit zu empfehlen?

Mehr als 14,000 deutsche Unternehmen nutzen derzeit die Hilfe von Distributoren, Großhändlern und Handelsvertretern, um ihre Produkte in Großbritannien zu verkaufen. Nach dem Brexit wird die Möglichkeit, auf solche Bindeglieder zum Kunden zurückzugreifen, natürlich auch weiterhin bestehen. Jedoch ist es möglich, dass der Verkauf mittels Distributoren und Großhändler im Gegensatz zu Handelsvertretern nach dem Brexit von Vorteil sein wird, da bei diesen beiden Varianten die Produkte den Zoll im Regelfall in großen Mengen auf einmal durchlaufen und die Formalitäten im Normalfall vom Importeur, und nicht vom Endkunden, abgewickelt werden. Bei Handelsvertretern oder auch beim Direktexport steigt häufig nicht nur die Anzahl der Transaktionen, sondern auch der administrative Aufwand für den Käufer (für Verzollungen und/oder andere Einfuhrformalitäten usw.). Dies kann die Wettbewerbsposition des deutschen Verkäufers gegenüber dem Endkunden beeinträchtigen.

Ich würde mein Unternehmen gern auf einer der Messen im Vereinigten Königreich präsentieren. Wird es mir auch nach dem Brexit möglich sein, mit meiner gesamten Ausstattung nach Großbritannien einzureisen?

Im Moment gibt es keine bürokratischen Hürden bei der Einfuhr von Messeausstattungen. In der Zukunft können hier Hindernisse entstehen und der Erwerb eines „Carnet ATA“ für Verkaufsproben, professionelle Ausstattung und Präsentationsmittel kann notwendig werden. Die „Carnets ATA“ sind internationale Zolldokumente, die temporäre, zollfreie Ein- und Ausfuhr von Gütern für bis zu einem Jahr erlauben. Mit Hilfe dieser Dokumente, die bei der örtlichen Industrie- und Handelskammer beantragt werden können, lässt sich in Zukunft möglicherweise Zeit und Geld sparen.