Steuern

Eine nicht unbedingt identische Umsetzung von europäischen Richtlinien im Vereinigten Königreich gegenüber Deutschland lassen das britische Steuerrecht für den ausländischen Unternehmer als schwer zugänglich erscheinen.

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Der Servicebereich Steuern der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer in London unterstützt Unternehmen bei der Erfüllung umsatzsteuerlicher Pflichten im Vereinigten Königreich (VAT), bei der Erfüllung von Pflichten in Bezug auf die britische Bau- und Montageabzugsteuer (CIS) und bei der Rückerstattung britischer Umsatzsteuer (VAT refund).

Zudem stellen wir zahlreiche Merkblätter zu praxisrelevanten Umsatzsteuerthemen zur Verfügung. Unsere zweisprachigen, praxiserfahrenen Mitarbeiter helfen Ihnen gerne.

  • Umsatzsteuer (VAT)
  • Bau- & Montageabzugsteuer (CIS)
  • Mehrwertsteuer-Rückerstattung

Umsatzsteuer (VAT)

Die Regelungen des britischen Umsatzsteuerrechts sind komplex und unterscheiden sich teilweise gravierend von den deutschen Regelungen. Es ist deshalb zu empfehlen, unsere professionelle Hilfe bei der Erfüllung von umsatzsteuerlichen Pflichten im Vereinigten Königreich in Anspruch zu nehmen.

Werden Lieferungen oder sonstige Leistungen von einem in- oder ausländischen Unternehmen im Vereinigten Königreich ausgeführt, kann dies eine Registrierungspflicht zur britischen Umsatzsteuer (VAT) nach sich ziehen. Beispiele hierfür sind:

  • Bauleistungen oder Werklieferungen 
  • Veranstaltung von Messen, Ausstellungen oder Seminaren 
  • Warenlieferungen aus einem Konsignationslager 
  • Versandhandel mit dem Vereinigten Königreich 


Der Servicebereich Steuern unterstützt Unternehmen bei der Erfüllung umsatzsteuerlicher Pflichten im Vereinigten Königreich. Hierzu gehört die Hilfestellung bei der Registrierung zur britischen Umsatzsteuer, der Erstellung von britischen Umsatzsteuererklärungen sowie sonstiger Meldungen (z.B. Intrastat). Sie werden von zweisprachigen, praxiserfahrenen Mitarbeitern der Deutsch-Britischen Kammer betreut.

Bau- & Montageabzugsteuer (CIS)

Werden Bau- oder Montageleistungen im weitesten Sinne im Vereinigten Königreich ausgeführt, wird eine Registrierung zum Construction Industry Scheme (CIS) für alle am Bau- oder Montageprojekt beteiligten Unternehmen grundsätzlich notwendig. Deutsche Unternehmen ohne Betriebsstätte im Vereinigten Königreich sind von den Regelungen nicht befreit.

Unternehmen, die zur Ausführung der Leistungen auch Subunternehmer einsetzen, unterliegen im Rahmen des CIS auch der Pflicht, Auszahlungen an Subunternehmer monatlich gegenüber der britischen Finanzbehörde zu melden.

Da es keine abschließende Auflistung gibt, welche Leistungen unter das CIS fallen, ist eine genaue Prüfung jedes Einzelfalls notwendig. Der Servicebereich Steuern unterstützt Unternehmen bei Fragen rund um die britische Bau- und Montageabzugsbesteuerung (CIS). Hierzu gehört die Hilfestellung bei der Registrierung zum CIS sowie bei der Erstellung von Monatsmeldungen für Bauauftraggeber.

Bau- und Montageleistungen Beispiele für Leistungen, die unter das CIS fallen, sind:

  • Errichtung, Instandsetzung oder Beseitigung von Gebäuden 
  • Installationsarbeiten und Werklieferungen 
  • Ein- bzw. Zusammenbau von Baufertigteilen oder Maschinen 
  • Verleihung von Arbeitskräften im Baugewerbe durch Agenturen

Mehrwertsteuer-Rückerstattung

Unternehmern ist oft nicht bewusst, dass bereits entrichtete britische Umsatzsteuer (VAT) häufig mit Hilfe eines Vergütungsantrags zurück­gefordert werden kann. Neben anderen Voraussetzungen ist hierfür entscheidend, dass der Unternehmer in Deutschland, jedoch nicht im Vereinigten Königreich, zur Umsatzsteuer registriert ist.

Vorsteuerbeträge aus folgenden Ausgaben sind z.B. erstattungsfähig:

  • Kosten für die Teilnahme an Messen oder Ausstellungen 
  • Hotelübernachtungen und Mitarbeiterverpflegung 
  • Mietwagen (nur zu 50%) sowie Benzin und Diesel 
  • Seminarkosten 
  • Reparaturleistungen oder Werkleistungen durch Subunternehmer 
  • Materialkosten, z.B. zur Ausführung von Bauleistungen 

Das Vorsteuer-Vergütungsverfahren ist zeitaufwendig und bedarf sowohl der Kenntnis der Landes­sprache als auch der britischen Verwaltungs­vorschriften. Der Servicebereich Steuern unterstützt Unternehmen bei der Abwicklung des Vorsteuer-Vergütungsverfahrens. Hierzu gehört die Hilfestellung bei der Prüfung von Belegen auf Erstattungsfähigkeit sowie bei der Einreichung des Antrags. Zweisprachige, praxiserfahrene Mitarbeiter der Deutsch-Britischen Kammer informieren Sie gerne.

„Making Tax Digital“ (MTD) – Digitalisierung der Umsatzsteuer im Vereinigten Königreich

Hintergrund

Die britische Finanzbehörde HMRC möchte eine der digital fortschrittlichsten Steuerbehörden der Welt werden. Ziel ist es, das Besteuerungsverfahren effizienter und einfacher für den Steuerzahler zu gestalten und gleichzeitig durch mehr Transparenz Steuerlücken zu schließen. Dies soll durch das Projekt „Making Tax Digital“ (MTD) erreicht werden. MTD verpflichtet Unternehmer, Umsatzsteuererklärungen digital zu erstellen und sie über eine spezielle elektronische Schnittstelle an HMRC zu übermitteln. Bereits ab dem 1. April 2019 sind alle Unternehmen mit einem steuerpflichtigen Umsatz über der Registrierungsgrenze (£85.000) dazu verpflichtet, MTD im Vereinigten Königreich umzusetzen. Für im Ausland ansässige Unternehmen wird MTD erst für die Umsatzsteuerperiode verpflichtend, die nach dem oder am 1. Oktober 2019 beginnt.

Aufzeichnungen, Verknüpfungen und Meldeverfahren

Alle zur Umsatzsteuer registrierten Unternehmen müssen bestimmten Aufzeichnungspflichten nachkommen. Im Rahmen von MTD müssen Werte wie zum Beispiel Bemessungsgrundlage, Steuersatz und Besteuerungszeitpunkt digital in eine geeignete Software eingepflegt und gespeichert werden. Rechnungen bzw. Belege müssen nicht zwingend digital nachgehalten werden. Es ist grundsätzlich möglich, verschiedene Softwaresysteme über elektronische Schnittstellen miteinander zu verknüpfen, solange der Datentransfer zwischen den einzelnen Dateien bzw. zwischen den Dateien und der Software durch digitale Schnittstellen gewährleistet ist. HMRC hat Steuerpflichtigen für die Umsetzung der digitalen Verknüpfung eine Karenzperiode von 12 Monaten eingeräumt. Das bedeutet, der Datenfluss von der Ersterfassung bis hin zur Meldung an HMRC muss ab dem 1. Oktober 2020 lückenlos digital erfolgen. Nach dem Wechsel zur digitalen Meldung über MTD können Umsatzsteuererklärungen nicht mehr über das Online-Portal von HMRC eingereicht werden. Stattdessen müssen Steuerpflichtige eine von kommerziellen Softwareentwicklern angebotene Transferschnittstelle nutzen (sog. Application Programming Interface).

Erfüllung steuerrechtlicher Vorgaben

Wenn Sie Ihre Umsatzsteuermeldungen im Vereinigten Königreich selbst einreichen, sollten Sie sich rechtzeitig um die Einhaltung der MTD Vorgaben und um die Abgabe über eine geeignete Software kümmern. Gerne unterstützen wir Sie im Rahmen unserer umsatzsteuerlichen Vertretung. Wir stellen für Sie die Anmeldung für MTD, die neue Form der elektronischen Datenübermittlung sowie die Einhaltung der Vorgaben des digitalen Datenflusses sicher. Sprechen Sie uns gerne an!