Trotz mangelnder Zuversicht in die Aussichten der britischen Volkswirtschaft ist die Deutsch-Britische Wirtschaft derzeit zufrieden

Laut einer Studie der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer schätzen 40% der Deutsch-Britischen Wirtschaft die mittelfristigen Aussichten der Volkswirtschaft des Vereinigten Königreichs eher negativ bis sehr negativ ein. 35% erwarten eine gleichbleibende Entwicklung und nur 25% glauben, dass es in den nächsten drei bis fünf Jahren zu einer positiven bis sehr positiven Entwicklung kommt.

Unabhängig hiervon sehen 50% der teilnehmenden Firmen ihre eigene derzeitige Geschäftssituation aber als positiv oder sehr positiv an. Nur 16% sehen diese als negativ oder sehr negativ an, und 34% betrachten diese neutral.

Ähnliches gilt auch für Investitionen, denn ein Drittel der befragten Unternehmen will diese ausbauen und nur ein Viertel rechnet mit geringeren Investitionen im kommenden Jahr. Bezogen auf das Beschäftigungsniveau gilt, dass wiederum ein Drittel dieses innerhalb der nächsten zwölf Monate erhöhen will, aber nur ein Fünftel rechnet mit einem Personalabbau in ihren britischen Betrieben.

Bezogen auf den britischen Austritt aus der EU präferieren nur 10% der Firmen einen harten Brexit. Ein Viertel wünscht sich einen Brexit auf Basis des bisher vereinbarten Austrittsabkommens, auch wenn dies noch mit einer fortgesetzten Unsicherheit einhergeht. Knapp zwei Drittel sind aber bereit, noch eine deutlich längere Unsicherheitsphase hinzunehmen, wenn am Ende ein softer Brexit mit einer Zollunion und eine engen Anbindung an den Binnenmarkt steht. Nicht überraschend ist, dass Firmen neue Handelsbarrieren und vermehrten Verwaltungsaufwand als größtes Risiko für ihre eigene Geschäftstätigkeit ansehen.

Die Ansichten der Firmen unterscheiden sich nicht nach den Sektoren der Volkswirtschaft (verarbeitendes Gewerbe, Handel oder Dienstleistungen). Alle haben eine sehr ähnliche Einschätzung abgegeben.

Dr. Ulrich Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer, erläuterte: "Dieses Umfrageergebnis zeigt, dass die Deutsch-Britische Wirtschaft in großen Teilen den Brexit bewältigen kann, aber für andere, weniger international orientierte, Firmen in Großbritannien die Lage eher negativ gesehen wird.“

Im Rahmen dieser Studie wurden 124 webbasierte Interviews mit Unternehmen der Deutsch-Britischen Wirtschaft, die im Vereinigten Königreich operativ aktiv sind, durchgeführt. Die Studie war Teil des World Business Outlooks des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Der Durchführungszeitraum war vom 24. bis 30. April 2019. Die gesamten Ergebnisse finden Sie hier.

 

 

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