Steigende Gehälter: Britischer Arbeitsmarkt boomt trotz Brexit

Der britische Arbeitsmarkt hat sich trotz der großen Unsicherheit um den Brexit robust entwickelt. Die Arbeitslosenquote stagniert auf so niedrigem Niveau wie zuletzt in den Siebzigern.

Angesichts der niedrigsten Arbeitslosigkeit in Großbritannien seit 1975 steigen die Löhne der Beschäftigten in dem Land kräftig. Für den Zeitraum Oktober bis Dezember meldete das Statistikamt ONS eine Erwerbslosenquote von vier Prozent. Zugleich stiegen die Löhne und auch die Bonuszahlungen um 3,4 Prozent - der höchste Wert sein Mitte 2008.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich damit weitgehend unbeeindruckt von der Konjunkturabkühlung, die mit dem Brexit-Votum vom Sommer 2016 eingesetzt hat. Vor dem Ende März anstehenden EU-Austritt Großbritanniens hatte zuletzt der japanische Autobauer Honda mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, ein Werk mit 3500 Beschäftigten zu schließen.

In den vergangenen Wochen hatten zudem mehrere Autokonzerne mit Fabriken in Großbritannien eindringlich vor den Folgen eines ungeregelten Austritts aus der EU gewarnt - und teilweise drastische Konsequenzen verkündet. So drohte etwa der US-Konzern Ford damit, Teile der Produktion aus dem Land abzuziehen, sollte es kein Abkommen mit der EU geben.

Ungeachtet dessen stieg aktuell die Beschäftigung in absoluten Zahlen in den drei Monaten bis Dezember um 167.000 Stellen. Das war der stärkste Zuwachs seit März 2018. Analysten hatten mit 151.000 neuen Stellen gerechnet.

Neben den Zahlen nach internationalen Standards veröffentlicht das ONS aber auch eine nationale Berechnung. Diese läuft den Zahlen nach internationaler Methode um einen Monat voraus. Demnach ist die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe ("Claimant Count") im Januar um 14.200 gestiegen. Gründe für diesen Anstieg sind unklar - zumal der Zuwachs im Vormonat von 20.800 auf 20.200 leicht nach unten revidiert wurde.

Quelle: Spiegel Online

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