Trotz Brexit: Aldi expandiert in Großbritannien

Bis Ende 2020 will Aldi Süd rund,1 Milliarden Euro in Großbritannien investieren. In den nächsten sechs Jahren soll die Zahl der Filialen in dem Land von 840 auf 1200 wachsen. Für den Brexit sieht sich die Kette gut gerüstet.

Der Essener Discounter Aldi sÜD investiert in Großbritannien massiv: Allein bis Ende 2020 will der Familienkonzern rund eine Milliarde Pfund (1,1 Milliarden Euro) in mehr als 100 neue Filialen und Verteilzentren investieren, wie der Chef von Aldi UK, Giles Hurley, erklärte. Bis Ende 2025 soll die Zahl der Geschäfte im Vereinigten Königreich insgesamt auf 1200 von derzeit rund 840 ausgebaut werden.

Allein in der Hauptstadt London will der Discounter die Zahl seiner Geschäfte binnen zwei Jahren von derzeit 40 auf über 100 erhöhen, wie Aldi weiter mitteilte. "Die Verbraucher in London sagen uns immer wieder, sie würden zu Aldi gehen, wenn sie einen in der Nähe hätten", sagte Hurley. "Es gibt für uns also klar die Chance zu wachsen."

Fünftgrößter Discounter im Land

Aldi UK ist mit einem Marktanteil von inzwischen 8,1 Prozent die Nummer fünf auf der Insel. Die Discountkette verbuchte 2018 allerdings wegen des Preiskampfes mit den Wettbewerbern Tesco, Sainsbury's, Asda und Morrisons einen Rückgang des operativen Gewinns um 26 Prozent auf 197,9 Millionen Pfund. Der Umsatz stieg derweil um elf Prozent auf 11,33 Milliarden Pfund.

Die Traditionssupermärkte in Großbritannien machen dagegen schwere Zeiten durch. Tesco etwa hatte im August die Streichung von 4500 Stellen angekündigt und den harten Wettbewerb angeführt - unter anderem mit Aldi und Lidl. Auch Lidl profitiert von der Lust der Briten auf günstiges Shopping: Der Discounter hatte im Juni 40 neue Läden im Großraum London angekündigt.

Aldi UK hortet Waren für Brexit

Für den Fall eines ungeordneten Brexit sieht Hurley Aldi UK besser aufgestellt als seine Wettbewerber. 75 Prozent der Produkte beziehe der Discounter von örtlichen Zulieferern, erklärte er. Waren aus dem Ausland wie etwa Tomaten in Konservendosen oder Olivenöl habe Aldi UK wie seine Rivalen auch gehortet. Hurley wollte aber nicht ausschließen, dass es zu Engpässen bei Frischwaren kommen könne.

Quelle: Tagesschau

Zurück